Warum ich Geschichten erzähle?

Scheherazade könnte 1001 Gründe nennen.

Die gute Fee wüsste bestimmt drei.

Für mich gibt es einen einfachen Grund: Ich liebe Geschichten.

Sie begleiten mich ein Leben lang. Ich finde sie zufällig: in einer Zeitungsnotiz, in einem offenen Lippenstift, in den Augen eines vorübergehenden Passanten. Manchmal entdecke ich sie zwischen alten, in Vergessenheit geratenen Buchseiten. Es macht mir Ver­gnügen, diese Geschichten wieder lebendig und neu zu erzählen.

Ich sammle Geschichten

vom Anbeginn der Zeit und aus diesem Moment. Um sie einfach zu erzählen: eigene, überlieferte und manchmal sogar aus dem Stegreif. Einfach? Erzählen ist einfach, aber nicht leicht. Darum erzähle ich mit Wort und Stimme, Händen und Füßen, Bewegung und Stille, mit Gefühl und Witz, immer gerade so, wie es zur Geschichte passt.

 

 

Worte sind Luft.
Aber die Luft wird zum Wind,
und der Wind macht die Segel segeln.

Touché Erzähl Theater

Erzählen oder Theater?

Vor vielen Jahren gründeten Bernd Witte und ich das Touché Theater. Entwickelten Geschichten ohne Worte, ließen unsere Körper sprechen. Manche nannten es Tanztheater. Aber die Sehnsucht nach den Worten wuchs und im Jahre 2003 schlich sich leise das Erzählen in mein Herz und schlüpfte zwischen Touché und Theater. Seit dem Tag erzählen und spielen Bernd Witte und ich gemeinsam oder allein, gerade so wie es gewünscht wird.

Wir sind Geschichtenerzähler.
Erzählen ist die kleinste, reduzierteste Art von Theater, denn Bilder, Gerüche und Geräusche entstehen nur im Kopf des Zuhörers. Jede Geschichte und jedes Publikum braucht die passende Art der Darbietung: dialogisches Erzählen, leise Töne, direkte Ansprache oder Erzählen zwischen den Zeilen. Erzählen ist die direkte Interaktion mit dem Publikum.

Wir sind Theaterleute: Komödianten, Stegreifspieler, Pantomimen, fahrendes Volk. Unser Spiel zeichnet sich aus durch prägnante Charaktere, rasante Rollen­wechsel, eindringliche Emotionen und Beziehungen.

Bei unseren Darbietungen spannen wir den Bogen zwischen Erzähl- und Schau­spiel­kunst. Beides sind Kunstformen, die nur im Augenblick der Begegnung von Erzähler und Zu­schauern entstehen können, um dann als Erinnerung in den Köpfen und Herzen weiterzuleben.